Creative Writing – 5 Übungen, die das Schreiben erleichtern

creative writing graz popp

Die Umgebung Ihres Arbeitsplatzes, Ihre aktuelle Befindlichkeit, Ihre persönliche Herangehensweise und Routine – all das beeinflusst Ihr Schreiben. Und dann gibt es Übungen, die das Anfangen und Einstimmen angenehmer machen. Zum Beispiel Creative Writing. 

Inhalt

  • Journaling
  • Gedankensprint
  • Fokussprint
  • ABC-Listen
  • Bildgeschichte

Die einen schreiben leichter, wenn der Schreibtisch aufgeräumt ist, anderen hilft belebender Orangenduft. Und dann gibt es noch die unterschiedlichen Schreibtypen: die Planerin, den Drauflosschreiber oder Menschen, die eine Version nach der anderen schreiben. Wer seine Stärken kennt, tut sich leichter, die Vorteile zu nutzen und die Defizite durch gezielte Übungen auszugleichen. Schweifen Sie beispielsweise gerne ab, helfen Ihnen Übungen, die Struktur schaffen. Auch Flexibilität und Kontinuität lassen sich antrainieren.

Creative Writing

Kreatives Schreiben ist eine Methode, die Ihnen eine Vielfalt an durchaus unterhaltsamen Übungen bietet. Der Vorteil? Creative Writing erleichtert das Schreiben, lindert Schreibblockaden und steigert ganz nebenbei Ihre Schreibkompetenz. Und darauf kommt es im beruflichen Alltag bekanntlich an. Die Übungen beanspruchen meist nur wenig Zeit, die Wirkung ist allerdings binnen Kurzem spürbar.

Journaling

Der Morgen gilt als der beste Moment, neue Gewohnheiten zu probieren. Also gehen wir's an! Die Morning Pages von Bestsellerautorin und Schreibtrainerin Julia Cameron kann ich Ihnen wirklich ans Herz legen. Diese Morgenroutine hilft Ihnen, Unbewusstes abzulegen und besser in den Tag zu starten.

Wie viele andere Übungen aus dem Creative Writing sind auch die Morning Pages ganz einfach auszuprobieren: Schreiben Sie Ihr Gedanken gleich nach dem Aufstehen auf drei A4-Seiten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Das ist meines Erachtens auch der wesentliche Unterschied zwischen Morning Pages und Journaling, wie das Tagebuchschreiben neuerdings heißt.

Warum Sie nach drei Seiten Schluss machen sollten, was Ihnen Morning Pages bringen und warum es sich besser anfühlt, mit Notizen in den Tag zu starten, erfahren Sie in meinem Blogbeitrag über Journaling

Gedankensprint

Holen Sie sich Papier, Stift und eine Uhr. Stellen Sie den Wecker auf vier Minuten und schreiben Sie auf, was Ihnen in den Kopf kommt. Achten Sie weder auf Fehler noch auf Satzzeichen. Wesentlich ist es, mit der Hand zu schreiben und nicht aufzuhören.

Nehmen Sie sich danach eine Minute Zeit, um wichtige Worte zu markieren. Vielleicht schaffen Sie es sogar, einen Satz zu formulieren, der einen wichtigen Gedanken auf den Punkt bringt.

Fokussprint

Ähnlich funktioniert diese Übung. Nur starten Sie diesmal von einem bestimmten Begriff. Das kann natürlich auch ein Thema sein, das Sie beruflich beschäftigt. Etwa der Newsletter, ein Mail, das unbedingt raus muss, oder ein Fachartikel, der auf Sie wartet.

Holen Sie sich Papier, Stift und eine Uhr. Stellen Sie wieder den Wecker auf vier Minuten und schreiben Sie auf, was Ihnen zu dem vorgegebenen Thema, einer Überschrift, der Frage in den Kopf kommt. Wenn Ihre Gedanken abschweifen, kehren Sie zum Fokus zurück. Wesentlich ist es, mit der Hand zu schreiben und nicht aufzuhören.

Danach nehmen Sie sich wieder eine Minute Zeit, um wichtige Worte zu markieren. Und vielleicht kristallisiert sich ein Satz heraus, der den wichtigsten Gedanken Ihrer Notizen auf den Punkt bringt.

ABC-Listen

ABC-Listen funktionieren so, wie es unser Gehirn am liebsten hat: assoziativ. Vera F. Birkenbihl, die diese einfache Methode populär gemacht hat, meinte, dass regelmäßiges Training mit den ABC-Listen die Intelligenz steigert. Warum? Weil wir unser inneres Wissen besser nutzen können, wenn wir die Schubladen zum Unterbewussten regelmäßig herausziehen. Mit ABC-Listen gelingt es spielerisch, sich das assoziative Arbeiten wieder anzugewöhnen.

Und so funktioniert die ABC-Methode:

  • Erstellen Sie eine Tabelle mit vier Spalten. In die erste Spalte schreiben Sie die 26 Buchstaben des Alphabets untereinander. Sie können sich die ABC Liste natürlich auch einfach downloaden.
  • Holen Sie sich einen Stift, setzen Sie sich in Ruhe hin und stellen Sie Ihre Stoppuhr auf 90 Sekunden.
  • Nun geht es los: Bewegen Sie Augen und Stift in ruhigen Bewegungen. Ohne Hast. Von oben nach unten, wieder nach oben und so weiter. Wenn Ihnen ein Wort einfällt, das mit A beginnt, schreiben Sie es in die Zeile, wo das A steht. Fällt Ihnen das Wort „Nichts“ ein, kommt es in die Zeile mit dem N, schweifen Ihre Gedanken zu „Kaffee“, halten Sie das Wort in der Zeile mit dem K fest.
  • Nach 90 Sekunden ist Schluss. Sie können sich das Ergebnis nun näher ansehen und überlegen, warum Ihnen gerade diese oder jene Assoziation in den Sinn kam.
  • Oder Sie machen weiter und nutzen die Übung für eine Ideensammlung zu einem Thema, das gerade ansteht. Beispielsweise der Newsletter zum Thema „Frühlingskollektion“.

Bildgeschichte

Ein Impuls, den Sie jeden Tag aufs Neue nutzen können: Suchen Sie sich irgendein Foto und schreiben Sie auf, was Ihnen dazu durch den Kopf geht.

Wie wäre es mit dem Foto über diesem Blogbeitrag?! Was denkt sich die junge Frau? Wo lebt sie? Will sie endlich ihre Ruhe? Warten Sie? Wie lange sitzt sie schon da?...

Schreibwerkstätte

In meinen eigenen Workshops hat Creative Writing immer einen Platz. Die Methoden machen einfach Spaß, führen weg aus der gewohnten Routine, hin zu neuen Gedanken und Formulierungen, die oft unbemerkt und ungenutzt im Unterbewusstsein schlummern. Creative Writing führt, so meine Erfahrung, blitzschnell zu Erfolgserlebnissen. Und die gönne ich den Teilnehmer:innen meiner Workshops.

Falls Sie eine Schreibwerkstätte suchen, in der Sie Ihre Kreativität beim Texten ausleben und trainieren können, empfehle ich Ihnen meine geschätzte Kollegin Britta Badura. Sie hat sich dem Thema von allen möglichen Seiten genähert, als Germanistin und Schreibtrainerin, als Lektorin und Autorin. Eine, die Freude am Texten hat und diese Freude gerne teilt. Hier geht es zu den Coachings und Workshops der Schreibkiste. 

Sie haben gute Erfahrungen mit einer anderen Schreibübung oder wollen mehr über Creative Writing wissen?  Schreiben Sie mir!

Foto © roland hechanova/unsplash