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	<title> &#187; Porträt</title>
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		<title>Liebe auf den ersten Blick</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Jan 2009 18:23:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>np</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textbeispiele]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>

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		<description><![CDATA[Gusti Wögerer und das „Haus der Frauen“ in Herberstein. Beide sind untrennbar miteinander verbunden. Ein Porträt der Gründerin eiiner österreichweit einzigartigen Bildungs- und Erholungseinrichtung für Frauen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Erschienen in <strong>kfb heute</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em>Gusti Wögerer und das „Haus der Frauen“ in Herberstein. Beide sind untrennbar miteinander verbunden.</em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">„Meine Nachfolgerin hat mich längst überholt“, meint sie in dem Sinne, wie es Teilhard de Chardin einmal formuliert hat. „Wer mich verstanden hat, hat mich überholt.“ Respekt, Bewunderung und Dankbarkeit, schwingen in ihren Worten mit und sie spiegeln sich ebenso in den Erzählungen jener, die über ihre Erlebnisse mit der Vorkämpferin für die Anliegen der Frauen berichten.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Das Fundament für die se Überzeugung wurde bei der katholischen ArbeiterInennjugend Oberösterreich gelegt. „Aus dieser Zeit nahm ich die Gewissheit mit, dass jeder Mensch so unendlich viel wert ist, sodass man einfach helfen muss“, erinnert sie sich an einen wichtigen Lebensabschnitt. „Und mir war klar, dass ich meine Leben lang Aktivistin sein werde.“ Daher entschied sie sich mit 29 Jahren für den Säkularorden „Werk der Frohbotschaft“ im Vorarlberger Batschuns. Die Ordensregel beruft sich auf das Lukasevangelium: „Armen Frohbotschaft zu bringen, hat er mich gesandt“.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Nach einer Ausbildung zur Gesundheitsvorsorge tourte sie einige Jahre im Auftrag der katholischen Erwachsenenbildung als Vorreiterin im Bereich Gesundheitsbewusstsein durch das Land. In ihre Zuständigkeit fiel schließlich auch die Betreuung jener Frauen, die die Müttererholung der kfb nutzten. Weil sich immer wieder Frauen bei uns meldeten, die gesundheitlich geschwächt Soforthilfe brauchten, sucht ich nach einem eigenen Haus für Frauen, in dem sie auch unter dem Jahr Erholung finden sollten“, beschreibt Gusti Wögerer die Gründungsidee.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Christine Touaillon –  Wissenschafterin aus Passion</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jan 2009 11:43:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>np</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textbeispiele]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Christine Touiallon, die erste habilitierte Germanistin Österreichs. Ihr Leben und ihr frühes Engagement für die Interessen der Frauen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial; mso-bidi-font-weight: bold; mso-bidi-font-size: 12.0pt;">Christine Touaillon (1878 – 1928) ist die erste habilitierte Germanistin Österreichs. In Graz wurde ihr die Venia verweigert. Übrigens von derselben Fakultät, an der ihre Großnichte als Seniorin studiert hat.</span></em><strong><em><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;"><br />
</span></em></strong><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;"> <br />
Ihre Erinnerungen an die Großtante stammen aus zweiter Hand: Fotos von einer schmalen, jungen Frau mit dem strengen, für die kleine Ilse etwas unheimlichen Blick und Erzählungen von Onkel Heinrich, der mit Hochachtung von seiner früh verstorbenen Gattin, Christine Touaillon, sprach. &#8220;Die zwei verstanden sich wohl so gut, weil beide für die Wissenschaften lebten&#8221;, meint die Grazer Großnichte Ilse Toriser über den gemeinsamen Nenner dieser für die Wende zum 20. Jahrhundert ungewöhnlichen Beziehung. In der Öffentlichkeit als Jurist bekannt, musizierte und komponierte Heinrich Touaillon zu Hause, zunächst in Graz und Vorau, später in Schloss Stainz, wo das Paar mehrere Zimmer bewohnte. Dort sammelte der Musiker die verschiedensten Instrumente und brachte dem kleinen Mädchen Ilse das Klavierspiel bei.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Von einem Raum aber schwärmt die Großnichte des Hauses Touaillon noch heute: &#8220;Die Bibliothek, die größte Privatsammlung der damaligen Zeit. In manchen Büchern fanden sich Widmungen der AutorInnen, etwa von Morgenstern. Die Tante hat viele berühmte SchiftstellerInnen persönlich gekannt.&#8221;</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Dort, wo sie selbst sich gern aufhielt, wenn sie in Stainz zu Besuch war, fand sich tatsächlich das Zentrum der Interessen des Wissenschafterpaars. Von einem Faible für Bücher zu sprechen, wäre untertrieben. Schon als <span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Kind hatte sich Christine Touaillon &#8220;leidenschaftlich gewünscht, Literatur zu studieren&#8221;, wie sie später schrieb. Die Affinität zu Texten hatte ihr wohl der Vater mitgegeben, ein Offizier, der als Schriftsteller tätig war und belletristische Anthologien herausgab. Dennoch dauerte es Jahre, ehe sie selbst ihren Platz in der Literaturwissenschaft erobern konnte.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">1878 im mährischen Iglau geboren, besuchte die Tochter des späteren k.u.k.-Generalmajors Leopold Auspitz und seiner Gattin Henriette die Volks- und Bürgerschule in St. Pölten. Nach der höheren Töchterschule wurde sie an der Lehrerinnenbildungsanstalt des k.u.k.-Zivilmädchenpensionates ausgebildet und erwarb dort 1897 die Befugnis zum Unterricht an öffentlichen Volksschulen. Im selben Jahr, als eine Verordnung des Kultus- und Unterrichtsministeriums Frauen den Zugang zur Universität zumindest teilweise gestattete.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial; mso-bidi-font-size: 12.0pt;">Schreiben aus der Provinz</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Neben ihrer Unterrichtstätigkeit inskribierte Christine Auspitz im Wintersemester 1897/98 als außerordentliche Hörerin das Studium der Germanistik. Weil es damals aber keine Mädchengymnasien mit Maturaabschluss samt Universitätsreife gab, nahm sie Privatunterricht und holte sich den Abschluss durch die externe Maturaprüfung an einem Salzburger Knabengymnasium im Jahr 1902.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Als sie drei Jahre später zur Doktor(in) der Philosophie promovierte, hieß sie bereits Christine Touaillon und war von Wien zu ihrem Mann, einem Notar, nach Vorau gezogen. &#8220;Er war ihr ein idealer Partner und erkannte sehr früh das Talent und die Stärken seiner Frau&#8221;, erzählt Ilse Toriser. Tatsächlich hielt die Germanistin an ihrem Wiener Netzwerk fest und lieferte aus der &#8220;Provinz&#8221; Beiträge für Zeitschriften wie &#8220;Wissen für Alle&#8221;. Zusammen mit Auguste und Emil Fickert fungierte sie als Herausgeberin und Autorin der ersten feministischen Wiener Zeitschrift des Allgemeinen Österreichischen Frauenvereins, das &#8220;Neue Frauenleben&#8221;.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Die Aufsätze behandelten SchriftstellerInnen wie Gerhard Hauptmann oder Selma Lagerlöf, ebenso soziopolitische Themen – &#8220;Die Frau im Dienste der Kunsterziehung&#8221; oder &#8220;Frauenstimmrecht und Klerikalismus&#8221; – und immer wieder Überlegungen der Literaturwissenschafterin zu ihren Spezialbereichen: &#8220;Von neuen Frauenbüchern&#8221; und &#8220;Von den Anfängen unserer Kinderliteratur&#8221;.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Selbst kinderlos beschäftigte sich Touaillon als erste im deutschen Sprachraum wissenschaftlich mit Kinderliteratur. Für die Kleinen, die im Sommer in ihr Haus kamen, schrieb sie Geschichten, die sie mit Aquarellen, Bleistift und Tusche bebilderte. &#8220;Murillos Abenteuer&#8221; hieß der 1919 aufgelegte Bestseller, der Kindern und Erwachsenen nicht nur ein liebenswürdiges Katzenmärchen erzählte, sondern auch Einblick in Haus und Garten von &#8220;Tante Christine&#8221;, &#8220;Onkel Heinrich&#8221; und ihrem tatsächlich sehr geschätzten Katzentier gewährte. Im Original, das die Großnichte aufbewahrt, beeindruckt überdies die regelmäßige feine Kurrentschrift.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial; mso-bidi-font-size: 12.0pt;">Papier gegen Schweinebauch</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">1919 war für Christine Touaillon vor allem deshalb ein entscheidendes Jahr, weil ihre Gesamtdarstellung des deutschen Frauenromans des 18. Jahrhunderts im Verlag Wilhelm Braumüller erschien. Seit sie 1910 nach Stainz und damit in die Nähe der großen Bibliotheken gezogen war, hatte sie sich diesem neuen Thema, für das es weder Vorbilder noch Vorarbeiten gab, gewidmet und im Laufe der Jahre unzählige Bibliotheken im deutschen Sprachraum aufgesucht. Die Situation der Nachkriegszeit hätte die Drucklegung der 664 Seiten umfassenden Arbeit, mit der sich die Germanistin an der Grazer Universität habilitieren wollte, beinahe verhindert. Doch mit Hilfe eines Freundes gelang es ihr, die notwendigen 2200 Kilogramm Papier aufzutreiben; im Tausch gegen 300 Kilo Schweinebauch. Im Juli 1919 reichte Christine Touaillon schließlich ihr Gesuch zur Erlangung der Venia Legendi ein – und scheiterte an einem Kollegium, das ausschließlich aus Männern zusammengesetzt war.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Ein Veto, das keineswegs die fachliche Qualifikation beanstandete, vielmehr wurden Bedenken protokolliert, &#8220;ob Frauen überhaupt im Stande sind, auf junge Männer von 18 bis 25 Jahren, in dem bestimmte spezifisch männliche Eigenschaften am stärksten hervortreten, den erforderlichen persönlichen pädagogischen Einfluss zu nehmen&#8221;.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Das Wiener Kollegium sah die Lage anders: Christine Touaillon wurde 1920 als Privatdozentin für neuere deutsche Literatur und damit als erste Germanistin in Österreich habilitiert.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">In den darauf folgenden Jahren hielt sie Vorlesungen an der Universität Wien, aber auch vor nicht akademischem Publikum im Wiener Verein &#8220;Volksheim&#8221; und an der Grazer Urania, das sie ebenso mit Kapiteln aus der deutschen Literaturgeschichte vertraut machte. &#8220;Im Sinne lebenslangen Lernens&#8221;, meint Ilse Toriser, die sich dem Thema übrigens selbst verpflichtet fühlt: Nach zwei Diplomen studierte die 73-jährige Grazerin Philosophie. Von der bedeutsamen wissenschaftlichen Publikation ihrer Großtante besaß die umtriebige Dame übrigens ein handsigniertes Exemplar, das sie kürzlich UB-Direktorin Dr. Sigrid Reinitzer überreichte. Das wertvolle Geschenk wird in der Abteilung für Sondersammlungen aufbewahrt.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Arial;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>
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