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	<title> &#187; Gesellschaft</title>
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		<title>Mit Frauen musizieren?</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Nov 2010 12:23:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>np</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Was für eine Frage. Gestellt  &#8211; kaum verwunderlich &#8211; von einem Mann.  Der Autor eines Standardwerks versprach Tipps für die Zusammenarbeit im Streichquartett und startete gleich mit einem Klischee . Als ob es Clara, Fanny &#38; Co nie gegeben hätte, die exzellenten Musikerinnen und herausragenden Komponistinnen. Was die Leistungen von Frauen in Kunst und Kultur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ninapopp.com/wordpress/wp-content/uploads/2010/06/Kultura_LOGO_Email3.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-937" title="Kultura_LOGO_Email3" src="http://www.ninapopp.com/wordpress/wp-content/uploads/2010/06/Kultura_LOGO_Email3-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Was für eine Frage. Gestellt  &#8211; kaum verwunderlich &#8211; von einem Mann.  Der Autor eines Standardwerks versprach Tipps für die Zusammenarbeit im Streichquartett und startete gleich mit einem Klischee . Als ob es Clara, Fanny &amp; Co nie gegeben hätte, die exzellenten Musikerinnen und herausragenden Komponistinnen.</p>
<p>Was die Leistungen von Frauen in Kunst und Kultur betrifft, gibt es einiges klar zu stellen. Aktuelle Positionen von Künstlerinnen aus dem Süden Österreichs sollen künftig bei <strong>kultura</strong><a href="http://www.kulturservice.steiermark.at/cms/dokumente/11345451_25519360/1067a2b1/KSG_KULTURNEWSletter31.pdf" target="_blank"> </a>zu Wort kommen,  der neuen Kolumne des Newsletters der <a href="http://www.kulturservice.steiermark.at/cms/ziel/52905234/DE/" target="_blank">Kultur Service Gesellschaft Steiermark</a>. Recherchiert und geschrieben von Nina Popp.</p>
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		<title>Zeit im Bild</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Feb 2009 18:48:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>np</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textbeispiele]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie un/sichtbar war der Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime in der Steiermark?  Und wie verändern sich die Un-Sichtbarkeit des Nationalsozialismus und seine Verbrechen nach Kriegsende 1945? Eine Ausstellung im Grazer Stadtmuseum zeigt Alltagsbilder aus der NS-Zeit.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erschienen in <strong>Unizeit</strong></p>
<p><em>Wie un/sichtbar war der Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime in der Steiermark? Und wie verändern sich die Un-Sichtbarkeit des Nationalsozialismus und seine Verbrechen nach Kriegsende 1945? Eine Ausstellung im Grazer <a href="http://www.stadtmuseumgraz.at/index.php?pageid=116&amp;sid=42" target="_blank">Stadtmuseum </a>zeigt Alltagsbilder aus der NS-Zeit.</em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em></em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em></em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em></em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Die Fragen, mit denen sich die Grazer HistorikerInnen seit Jahren auseinandersetzen, zielen auf die Rekonstruktion einer großformatigen Abbildung der NS-Zeit mit größter Detailgenauigkeit ab. Die Details, die sie Archivmaterialien und Protokollen, Berichten von ZeitzeugInnen<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>und jüngeren Recherchen entziehen, führen jeweils zurück zum Indivduum und zu der von den HistorikerInnen als zentral beurteilte Frage des individuellen<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Dieser Spielraum habe sich bei der Bewertung des Verhaltens einfacher BürgerInnen als ebenso relevant erwiesen, wie bei der Untersuchung von NS-Eliten, meint die Grazer Historikerin Ursula Mindler.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Die Karriere des burgenländischen Gauleiters Tobias Portschy brachte sie zum Thema Macht und der Funktionsweise von Netzwerken vor und während der Zeit der NS-Herrschaft.<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Woher rekrutierte die NSDAP ihre Mitglieder, als die Bewegung verboten war? Wie überdauerten die in der Illegalität geknüpften Bande Bruchstellen wie das Jahr 38? Wie ging man beispielsweise nach dem plötzlichen Zugang zur Macht mit Angehörigen der Sozialdemokratie um? Mindler stellte bei ihren Untersuchungen fest, dass manche Nazis die gemeinsame Zeit der Verfolgung offensichtlich in Erinnerung behielten und Nachsicht walten ließen, andere hingegen mit aller Härte verfuhren und mit dem Befehl von oben argumentierten.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong>Verfolgung der Roma</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Das Beispiel der Verfolgung der Roma zeigt aber auch, dass der persönliche Handlungsspielraum dafür genutzt wurde, in der Hierarchie nach oben zu intervenieren, um eigene Ziele voran zu treiben. Gauleiter Tobias Portschy, NS-Landeshauptmann des Burgenlandes, später Gauleiter-Stellvertreter der Steiermark und NS-Ideologe, war die treibende Kraft bei der Deportation der Roma, die ihr Todesurteil bedeutete. Nicht nur in der Steiermark, sondern auch per Eingaben an das Hauptquartier in Berlin mahnte er zur Eile und machte Vorschläge zu Inhaftierung und Abschiebung. Sein<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>1938 veröffentlichtes Memorandum „Die Zigeunerfrage“, enthält alle Überlegungen, die bis 1945 schrittweise umgesetzt wurden: das Schulverbot für Romakinder, die Zwangssterilisierungen, Einweisung in Arbeitslager und ab 1941 die Deportation von 5000 Roma nach Lodz. Die letzten in der Steiermark verbliebenen Roma wurde 1943 nach Ausschwitz deportiert. Die genaue Zahl der Todesopfer ist nicht bekannt. „Da wir keine wissenschaftlich abgesicherten Angaben machen können, haben wir uns in der Ausstellung im Stadtmuseum dazu entschlossen, den Platz, an der die Namen der Todesopfer stehen sollten, weiß zu lassen“, beschreibt die Historikerin den Versuch die sichtlich nicht erfolgte Aufarbeitung sichtbar zu machen.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong>Denunziantentum</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Denunziationen sind ein anderes Beispiel für die Überlagerung von sichtbaren und unsichtbaren Wahrnehmungen und Konflikten. Das enorme Ausmaß<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>des Denunziantenwesens belegen die Zahlen: Zwischen März 38 und Mai 1945 waren in der Steiermark von der Gestapo<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>und anderen Dienststellen insgesamt 46.730 Personen<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>ins Gefangenenhaus in der Paulustor eingeliefert worden. Während die Hälfte bald wieder auf freien Fuß kam, wurden mehr als 8000 den Gerichten übergeben, in ein KZ<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>(5416), ein Arbeitslager (2431), in das Gaukrankenhaus (782) oder ins Sonderkrankenhaus Feldhof (161) eingeliefert. Als Haftgrund genügten Witze oder auch beiläufig geäußerte Kritik, die häufig als Vorwand dienten, einen unbequem gewordenen Mitmenschen los zu werden. In nur fünf Prozent aller<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Fälle wurde die Anzeige von Unbekannten erstattet.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Die nach 1945 vorgebrachte Entschuldigung, man habe die Konsequenzen der Anklage nicht gekannt, hat der<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Grazer Historiker Heimo Halbrainer mit dem Hinweis auf die Berichterstattung entkräftigt. GegnerInnen des Regimes wurden in Zeitungen und auf Plakaten als „Volksschädlinge“, „Drückeberger“ und als „schamlose Weibsbilder“ weithin sichtbar diffamiert und öffentlich verurteilt.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Nach Kriegsende bekannte sich nur ein geringer Teil der Angeklagten zum Verrat am Nächsten, berief sich auf Andere, auf Zwangslagen oder die staatsbürgerliche Pflicht. Der politische Wandel zeigte sich, so Halbrainer, auch beim Wandel der Urteile und des Strafausmaßes, das mit dem Abstand zum Kriegsende vergleichsweise milder ausfiel. Und auch das Interesse der steirischen Medien versiegte.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong>Vergessen</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Während die Namen vieler steirischer Opfer, Todesort und -art bis heute nicht nachgewiesen werden können, ist das Schicksal von Sigfried Uiberreither weitgehend geklärt, der als Gauleiter<span style="color: #333333;"> die Enteignungen der Juden und Roma zu verantworten hatte, die brutalen Folgen der„Germanisierungspolitik“ in der Untersteiermark bis hin zu den Erschießungen politischer Gegner in der Endphase der NS-Herrschaft und die Durchführung der „Todesmärsche“ ungarischer Juden im April 1945. Er selbst floh am Tag vor dem Kriegsende aus Graz, wurde in Murau verhaftet und nach Nürnberg gebracht. 1947 konnte er unter dubiosen Umständen aus dem Gefängnis fliehen. Sein Grab befindet sich in Deutschland: In Sindelfingen wo er ab Mitte der 50er Jahre für einen Kühlgerätehersteller arbeitete. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Die letzten Jahre vor seinem Tod im Jahr 1984 soll Friedrich Schönharting, wie er sich nannte, als Alzheimerpatient mit dem Vergessen verbracht haben.</p>
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		<title>Weiße Flecken und Grautöne</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Feb 2009 18:33:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>np</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textbeispiele]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeitgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Was wussten die Menschen in der Steiermark tatsächlich von den Ereignissen und Verbrechen der NS-Zeit?  Was wollten sie wissen, was hätten sie wissen können? 

Siebzig Jahre nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten untersuchten Grazer GeschichtswissenschafterInnen Dokumente und Quellen aus einer neuen Perspektive und finden plausible Erklärungen für das Funktionieren des NS-Systems.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Erschienen in <strong>Unizeit</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em> </em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em>Was wussten die Menschen in der Steiermark tatsächlich von den Ereignissen und Verbrechen der NS-Zeit? Was wollten sie wissen, was hätten sie wissen können? </em><em> </em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em>Siebzig Jahre nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten untersuchten Grazer GeschichtswissenschafterInnen Dokumente und Quellen aus einer neuen Perspektive und fanden plausible Erklärungen für das Funktionieren des NS-Systems.</em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">1938. Irgendwo in Graz. Im Hintergrund Fahnen und Fähnchen mit dem Hakenkreuz und Menschen, die aus dem offenen Fenster winken. Im Vordergrund Frauen, Männer und Kinder auf einem provisorisch errichteten Gerüst, auf Leitern und Bretter gestützt, um gut zu erkennen, was da jenseits des Zauns die Straße herauf auf sie zukam. Wie die Personen am Bild auf die Bewegung vor Ort reagierten, ist aus dem Bild nicht ersichtlich. Aber: Wer sehen wollte, konnte offensichtlich sehen.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Ein Bilddokument als Antithese zum „Wir haben nichts davon gewusst“, jenem Stehsatz ohne den kaum eine Diskussion zur NS-Zeit auskommt. Was wussten<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>die Menschen in der Steiermark tatsächlich von den Ereignissen und Verbrechen, was wollten sie wissen, was hätten sie wissen können? Wie funktionierte das System und wie der Widerstand dagegen?</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong> </strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong>Un/Sichtbar</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Siebzig Jahre nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten lassen sich diese Fragen nicht restlos beantworten, aber Grazer ZeitgeschichtlerInnen<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>haben wichtige Entwicklungslinien durch die vielschichtigen Phänomene vor, während und nach der NS-Zeit freigelegt. Grautöne im historischen Rasterbild, die das traditionelle Schwarz-Weiß-Muster definitiv ablösen könnten.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Nationalsozialistische Herrschaftspraxis in der Steiermark: Herrschaft &#8211; Verfolgung &#8211; Widerstand – Alltag. Der Titel der Forschungsprojekte am <a href="http://www.uni-graz.at/gesgxwww/" target="_blank">Institut für Geschichte </a>unter Leitung von Helmut Konrad, holt weit aus. Aus Notwendigkeit, um der Komplexität der Ereignisse und Phänomene zu entsprechen. Projetkmitarbeiterin Ursula Mindler, Heimo Halbrainer vom Verein für Geschichts- und Bildungsarbeit <a href="http://www.clio-graz.net/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=18&amp;Itemid=31" target="_blank">Clio</a>, und Gerald Lamprecht, <a href="http://www.uni-graz.at/cjs-graz/" target="_blank">Centrum für Jüdische Studien</a>, haben das wissenschaftliche Konzept für eine Ausstellung von Clio erarbeitet, die seit September 2008 im Stadtmuseum Graz und im Landhaushof zu seihen ist. Unter dem Titel „un-SICHTBAR“ greift sie die Themen des Forschungsprojekt auf.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong> </strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong>Macht und Zustimmung </strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Die geschichtswissenschaftliche Betrachtung hat einen entscheidenden Wandel erlebt. So wird der begriff der NS-Herrschaft nicht mehr als Idee einer von oben durch Eliten gelenkten Diktatur<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>verstanden, sondern als das Zusammenspiel verschiedenster Akteure, von Herrschenden und Beherrschten, wie Gerhard Lamprecht<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>den Begriff der „sozialen Praxis“ definiert.<span style="mso-spacerun: yes;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Damit kann das in der Proklamation über die Selbständigkeit Österreichs gezeichnete Bild vom „macht- und willenlos gemachten Volk“ nicht aufrecht bleiben. Das Erklärungsmodell von den „Nazis“, die in den 30er Jahren das österreichische Volk erst mit Versprechungen verzaubert, dann überfallen, zu unmenschlichen Verbrechen verleitet, in den Ruin geführt und zuletzt zwischen Schuld und Sühne zerrissen zurückgelassen haben, verliert vollends an Kraft.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong> </strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong> </strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong>Ermessen und Courage</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Stattdessen zeichnet Gerald Lamprecht das Bild der „Zustimmungsdiktatur“ – ein vom deutschen Historiker Götz Aly lancierter Begriff &#8211; , die gleichermaßen von oben und unten ermöglicht wurde. „Sie nahm einerseits auf die Meinungen und Befindlichkeiten des ,Volkes’ in vielerlei Hinsicht Rücksicht und erfuhr andererseits von den ‚VolksgenossInnen’ entsprechende Unterstützung und Rückhalt.“<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Nicht allein der Terror von SS, SA und Gestapo, sondern erst das „konkrete Agieren und Interagieren der Menschen in ihren jeweiligen ideologischen und alltäglichen Rahmen“ ermöglichten die Durchsetzung nationalsozialistischer Politik.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">War es also Ermessenssache, ob jemand mitmachte oder opponierte? Charaktersache? Frage von Zivilcourage oder Schwäche? Nach Ansicht der HistorikerInnen stand es den Menschen tatsächlich frei, ihren jeweiligen Handlungsspielraum zu nutzen. Die individuelle Entscheidung für oder wider passierte allerdings in einem Kontext, der in den 30er Jahren von der zunehmend antisemitischen Tradition, autoritären, antidemokratischen Ideologien und schwierigen ökonomischen Rahmenbedingungen durchwoben war. Vor diesem Hintergrund erklärt sich die Spaltung der Gesellschaft in Dazugehörige und Ausgeschlossene ab dem März 38, einer Gesellschaft, in der Verfolgung von Juden, „Zigeunern“, „Asozialen“ und politisch Andersdenkenden von weiten Teilen der Bevölkerung toleriert wurden. Im wahrsten Sinn des Wortes: geduldet und mitgetragen.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong> </strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong>Pressemeldungen</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Parallel zur Schlechterstellung der einen Gruppe passierte die Besserstellung der anderen. Allein dieses Faktum lässt den Satz, man habe von nichts gewusst, schwer verständlich erscheinen: angesichts der historisch belegten Veränderungen in der Nachbarschaft, die erfahrungsgemäß nicht unbemerkt bleiben. Angesichts von Wohnungen und Geschäften bekannter Kaufleute, die mit einem Mal günstig zum Kauf angeboten waren. Angesichts der KollegInnen, die von einem Tag auf den anderen nicht mehr zur Arbeit erschienen. Ein Blick in die Tageszeitungen der Epoche beweist, dass alle Gesetzesänderungen in Berichten und Kommentaren publik gemacht wurden, und die Auswirkungen der neuen Politik über die Chronik bis in den Inseratenteil zu verfolgen waren. Von Denunziationen über Verurteilungen bis zum Angebot von „arisierten“ Eigentum.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong> </strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong>Widerstand</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Schon vor dem März 38 gab es auch Gegenstimmen. Heimo Halbrainer hat sich mit dem Widerstand von SteirerInnen seit längerem auseinandergesetzt und dabei Einzelpersonen und Gruppierungen mit unterschiedlich starker Oppositionskraft untersucht.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Aus Berichten von ZeitzeugInnen und schriftlichen Dokumenten wissen wir daher von<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>couragierten Frauen, die in Flugblättern und Artikeln schon vor dem März 38 vor der inhumanen NS- Ideologie warnten, ebenso von Partisanen im Koralmgebiet, Kommunisten oder steirischen Priestern, die ihren persönlichen Handlungsspielraum zum Widerstand gegen rassistische und inhumane Ideologien nutzten. Wer sehen wollte, konnte offensichtlich sehen.<span style="mso-spacerun: yes;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Erika Thümmel, die Gestalterin der Grazer Ausstellung im <a href="http://www.stadtmuseumgraz.at/index.php?pageid=116&amp;sid=42" target="_blank">Stadtmuseum</a>, hat das Bild der Leitern und Bretter aufgenommen, um dem interessierten Publikum die Sicht auf historisch gesicherte Fakten zu ermöglichen: Die Laptops, die auf den Brettern eingerichtet sind, liefern Daten zur steirischen NS-Vergangenheit.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>10. Multikultiball 07</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Jan 2009 15:12:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>np</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Einmal im Jahr trifft sich die ganze Welt in Graz. Folglich soll auch die ganze Welt von dem einzigartigen Fest an der Grazer Universität erfahren, das als Plattform für Toleranz und Solidarität  initiiert wurde. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em>Einmal im Jahr trifft sich die ganze Welt in Graz. Folglich soll auch die ganze Welt von dem einzigartigen Fest an der Grazer Universität erfahren, das als Plattform für Toleranz und Solidarität <span style="mso-spacerun: yes;"> </span>initiiert wurde.</em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Im Jubiläumsjahr zielte die PR- und Öffentlichkeitsarbeit darauf ab, den Radius der Multikultiball-Faszination auszuweiten. Alle regionalen Medien widmeten dem Ereignis bereits im Vorfeld breiten Raum in der Berichterstattung, &#8211; unter anderem erschien eine Sonderausgabe der KLEINEN ZEITUNG. Auch die anderen großen Qualitätszeitungen Österreichs berichteten über die Idee festlicher Dialogbereitschaft und veröffentlichten im Kontext der Ballberichterstattung Recherchen zur aktuellen Situation von MigrantInnen und Einheimischen. Der ORF nahm den Multikultiball zum Anlass einer Dokumentation über die Menschen aus mehr als 140 Nationen, die in Graz leben.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Teamwork und Leidenschaft</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Jan 2009 11:22:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>np</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit 25 Jahren hat das Haus der Frauen  in St. Johann bei Herberstein geöffnet. Und noch immer ist es hierzulande einzigartig. Durch seine Athmosphäre und die spezielle Ausrichtung auf Frauenbildung, Spiritualität, Erholung und  Gesundheit. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Erschienen in<strong> kfb heute</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em></em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em>Das Haus der Frauen in St. Johann bei Herberstein gilt als Oase mitten im oststeirischen Hügelland. Durch seine Atmosphäre und die spezielle Ausrichtung auf Frauenbildung, Spiritualität, Erholung und Gesundheit.</em> <em>Und wer einmal da war, kommt immer wieder zurück. </em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">„Das wunderbare Flair der alten Mauern muss erhalten bleiben und zugleich wollen wir das Haus den Anforderungen der Zeit anpassen.“ Anna Pfleger weiß, welches Kunststück sie und die Frauen der Diözese sich mit der Sanierung vorgenommen haben, denn die Atmosphäre des Hauses in St. Johann bei Herberstein ist ihren Gästen lieb und teuer. „Ein Platz zum Ausspannen und Auftanken“, wie Juliane Ablasser stellvertretend für viele ihre Wertschätzung formuliert. Geht alles nach Plan, wird das „Haus der Frauen“ nach siebenmonatiger Bauzeit wieder eröffnet.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong>Wundersam</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Genau 25 Jahre nachdem aus dem ehemaligen Kloster der unbeschuhten Augustiner ein Erholungszentrum für Frauen geworden war. Die Initiative dazu stammte damals von Gusti Wögerer, die als Leiterin der Aktion „Müttererholung“ die Nöte von Frauen nur zu gut kannte. „Ich wünschte mir einen Ort, an dem Frauen nach Krankheit oder in schweren Zeiten wieder zu Kräften kommen konnten“, erinnert sich Wögerer. Beharrlich und von vielen Freiwilligen unterstützt, gewann sie auch die Diözese für das Anliegen.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">„Und dann kam noch eine Mäzenin, die uns unter der Bedingung, das Geld für die Frauen der Diözese zu verwenden, eine Million Schilling, spendete“, erzählt Wögerer, die das Haus zehn Jahre lang leitete.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong>Bildung + Urlaub = Bildungsurlaub</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Mit der „Hofübergabe“ an die Erwachsenenbildnerin Anna Pfleger erhielt das Haus einen neuen Schwerpunkt: Neben der Erholung wurde das Programm um Bildungsangebote erweitert. Um die Auslastung zu erhöhen und die Existenz des Hauses zu sichern, wurde schließlich auch verstärkt um Gastgruppen geworben.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">„Nach wie vor ist das Haus der Frauen die einzige Einrichtung mit dieser speziellen Ausrichtung auf Frauenbildung, Spiritualität, Erholung, Gesundheit und Gastgruppen“, erzählt Anna Pfleger nicht ohne Stolz. Ein Blick auf den Veranstaltungskalender zeigt eine Vielfalt aus Bewährtem und Neuem. Im Kapitel „Frauengerechte Bildung“ haben Veranstaltungen zu politischen Fragen ebenso ihren Fixplatz wie Kreativität und Persönlichkeitsbildung. Mittlerweile werden Lehrgänge angeboten, deren Zertifikate zur Arbeit in der Erwachsenenbildung befähigen.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong>Orientierungshilfen</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">„Rüstzeug und wertvolle Orientierungshilfe“, erhielt Gerlinde Griesebner aus St. Nikolai, Absolventin des Politischen Grundkurs für Frauen, während des eineinhalb Jahre dauernden Lehrgangs, wie sie sagt. Nach dem Kurs im „Haus der Frauen“ macht die Mitarbeiterin des Jesuitengartens in Großsölk nun eine Ausbildung zur Kräuterpädagogin. Und noch ein „Gut“ nahm Griesebner in die Obersteiermark mit: „Ich habe die Frauenliturgien als unglaublich wohltuend empfunden und wollte dieses Gefühl auch den Frauen bei mir zu Hause vermitteln. Mit der Hilfe der Frauen in St. Johann habe ich das geschafft und die Frauenliturgien finden nun regelmäßig auch bei uns statt.“</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong>Zeit und gute Kost</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Umfassend wie der Bildungsbegriff wird auch das Thema Gesundheit interpretiert und vermittelt. Von A wie Atemübungen bis Z wie Zeit für mich. Mit Gymnastik und Wanderungen, Meditation und Tipps zu gesunder Ernährung. Ganzheitlich. Das schließt die Küche des Hauses natürlich mit ei, wo abwechslungsreich, vollwertig und vorwiegend mit Zutaten aus der Region gekocht wird. Dabei ist von Mitarbeiterinnen Kreativität und die Bereitschaft, Neues auszuprobieren, gefordert, wie die Köchin Lore Kober erzählt. Sie mag den Umgang mit ihren Gästen und verrät bereitwillig Rezepte, die zum Teil bereits als „Häferlgespräche“ veröffentlicht wurden.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong>Taten statt Worte</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">„Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind gut in ihrer Arbeit, wenn sie das, was sie tun, aus ganzem Herzen gerne tun. Sie müssen aber auch die Unternehmensziele kennen und sich dabei bewusst sein, dass sie sich einbringen müssen“, beschreibt Anna Pfleger ihrer Philosophie als Leiterin. Diese Atmosphäre im Team bestimme maßgeblich die Qualität eines Unternehmens. Die Jury der Aktion „Taten statt Worte“ war von der Qualität überzeugt und überreichte vor kurzem den Preis für das familien- und frauenfreundlichste steirische Non-Profit-Unternehmen.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Dies Atmosphäre des Hauses, Teams, der Arbeit: Sie ist zum Markenzeichen der Frauen von St. Johann geworden. Schwer zu beschreiben und doch für jede und jeden der mittlerweise tausenden Besucherinnen und Besucher als spezifische Form der Wertschätzung und Ermutigung spürbar. Dabei ist über die Jahre ein Netzwerk entstanden, das über die Grenzen der Steiermark hinaus reicht: gewachsen im Laufe vieler Seminare und Vorträge, spiritueller Feiern und Sommerfeste, Konzerte und Ausstellungseröffnungen, Familienwochen und Erholungstage. Unter ihnen Frauen aller Altersgruppen und Berufssparten.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="mso-bidi-font-size: 12.0pt;">Webtipp: <a href="http://www.hausderfrauen.at" target="_blank">Haus der Frauen</a></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
]]></content:encoded>
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		<title>Reisebegleiter für Ökotouristen</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Jan 2009 11:18:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>np</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textbeispiele]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Er ist ein „homo touristicus“, einer der durch die Welt gekommen ist. Was Harald A.Friedl von anderen seiner Spezies unterscheidet, ist der Blickwinkel, aus dem  er seine Erlebnisse wahrgenommen hat; als Journalist, Jurist und vor alledem Philosoph, bei den Tuaregs und den Aborigines ebenso. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em>Er ist ein „homo touristicus“, einer der durch die Welt gekommen ist. Was Harald A.Friedl von anderen seiner Spezies unterscheidet, ist der Blickwinkel, aus dem <span style="mso-spacerun: yes;"> </span>er seine Erlebnisse wahrgenommen hat; als Journalist, Jurist und vor alledem Philosoph, bei den Tuaregs und den Aborigines ebenso.</em></span> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Weil er keine Antworten auf die vielen Unstimmigkeiten zwischen Reisenden und Besuchten fand, beschritt er schließlich auch wissenschaftliches Neuland. Sein Forschungsgebiet erstreckt sich von den vielschichtigen Dimensionen und Strukturen des Tourismus bis zur Psychologie des Reisenden aus philosophisch-ethischer Sicht. Zum Ziel hatte er sich ein Tourismus-Konzept gesetzt, das Dritte-Welt-Regionen zu wirtschaftlicher und sozialer Stabilisierung nutzen können. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Rechtzeitig vor der Urlaubszeit wurde nun das Ergebnis des Forschungsprojekts „Praktische Tourismusethik“, das Friedl 1999 am Institut für Philosophie der Universität Graz initiiert hatte, publiziert und auf Einladung des Absolventenvereins vom Autor im Alten Senatsaal präsentiert. An Pädagogen, Touristiker, Entwicklungsexperten und natürlich Fernreisende richtet sich die im Profil Verlag erschienene „Tourismusethik“, in der Theorie und Praxis des umwelt- und sozialverträglichen Fernreisens dargestellt sind. Als Vademecum für den ethisch verantwortlichen Reisenden ist „Respektvoll reisen“ konzipiert, das im Reise-Know-how-Verlag aufgelegt ist. </span></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Topografie der Erinnerung</title>
		<link>http://www.ninapopp.com/2009/01/27/topografie-der-erinnerung/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=topografie-der-erinnerung</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Jan 2009 12:07:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>np</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textbeispiele]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Steiermark]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Präbichl starben im April 1945 mehr als 250 Jüdinnen und Juden in einem der schlimmsten Massaker der steirischen Geschichte. 
Über den schwierigen Umgang mit einer lokalen Tätergeschichte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em style="mso-bidi-font-style: normal;">Als exemplarischer Fall für den schwierigen Umgang mit einer lokalen Tätergeschichte kann die jahrelang ausgebliebene und nun nachgeholte Erinnerung an das Präbichl-Massaker gesehen werden.</span></em><em style="mso-bidi-font-style: normal;"></em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;">Landschaften haben ihre Geschichte. Landauf, landab finden sich Tatorte, über die im Laufe der Zeit Gras wächst. Verletzte Strukturen im Untergrund hinterlassen dennoch unauslöschliche Narben, auch wenn sie oft nur aus der Entfernung wahrgenommen werden.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">So geschehen am Präbichl. In der Wanderregion mit Selbstversorgerhütten, im „Winterwunderland“. Dort, wo am 7. April 1945 mehr als 250 Jüdinnen und Juden in einem der schlimmsten Massaker der steirischen Geschichte starben. ZwangsarbeiterInnen, die von Ungarn in die Oststeiermark transportiert worden</span><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial; mso-bidi-font-family: 'Times New Roman'; mso-bidi-font-size: 7.5pt;"> </span>waren, um Befestigungsarbeiten am „Südostwall“ zu verrichten.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Gräber und Gräben</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Ende März, als sich die Niederlage unausweichlich abzeichnete, ordnete Heinrich Himmler die Evakuierung der Lager an, und die Kolonnen bewegten sich von Osten über Graz, Bruck und Leoben in Richtung Mauthausen. Eskortiert von Angehörigen des Volkssturms, Polizei, Gendarmerie und ukrainischer Waffen-SS folgten sie verschiedenen Routen, die sich nach dem Krieg anhand der später gefundenen Gräber rekonstruieren ließen. Viele der Opfer kamen aufgrund körperlicher Erschöpfung um, andere wurden kurzerhand als marschunfähig beurteilt und erschossen, liegen gelassen oder im nächsten Graben verscharrt.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">„Eisenerz war Zeuge der nationalsozialistischen Massenschlächterei“ titelte das obersteirische Tagblatt am 1. Juni 1945, auch die Erhebungen im Zusammenhang mit den Todesmärschen setzten unmittelbar nach den Vorfällen ein. Als am 1. April 1946 der erste Eisenerzer Prozess begann, erfuhr eine breite Öffentlichkeit durch Print- und Tonmedien von Details des Todesmarsches, ebenso von den ZeugInnen,</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">die eine Woche lang über die Erschießungen aussagten. Die Berichterstattung verfolgte das Verfahren akribisch bis zur Verkündung der zehn Todesurteile und hielt bis zum letzten der insgesamt elf- Prozesse im November 1947 an.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"> </span></strong><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Gelöschte Erinnerung</span></strong><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"> </span></strong><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Angesichts der Fülle an dokumentierten Fakten scheint es unbegreiflich, dass das Massaker am Präbichl im öffentlichen Gedächtnis der Region nicht aufschien und es erst der behutsam angeleiteten Aufarbeitung bedurfte, ehe man den Toten im Vorjahr ein Mahnmal errichtete. Der Entwurf der fallenden Menschen stammt von HauptschülerInnen, auch die Drahtkörbe, die der Gedenkstätte als Sockel dienen, füllten die Jugendlichen eigenhändig mit Steinen vom Erzberg, als Erinnerung an die vergossenen Tränen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Die Geschichte des neuen Symbols sei charakteristisch für die steirische Gedächtniskultur nach 1945, die zwar mit prominent positionierten Denkmälern an die Gefallenen der Zeit von 1938 bis ’45 erinnern, während Opfer aus den Reihen des Widerstands und der Verfolgten bis heute noch auf vergleichbare Symbole warten, meint die Historikerin Dr. Heidemarie Uhl. Die beiden Grazer Wissenschafter Mag. Heimo Halbrainer und Mag. Christian Ehetreiber, die selbst maßgeblich am Projekt mitwirkten, schildern in der eben erschienenen Dokumentation nicht nur Vorgeschichte und Verlauf des Projekts „Mahnmal Präbichl“, sie gehen gemeinsam mit anderen Autorinnen den in der Auseinandersetzung mit Terrorregimen immer wieder kehrenden drängenden Fragen nach und untersuchen Chancen und Grenzen von politischer Bildung.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Behutsame Aufklärung</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">„Sinnvollerweise“, so der Philosoph Peter Strasser vom Institut für Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie und Rechtsinformatik der Uni Graz, „sollten sich pädagogische und politische Modelle an den durchschnittlichen Menschen richten, um Gewaltbereitschaft nicht zu enthemmen.“</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Die Täter am Präbichl rekrutierten sich nicht aus Spezialeinheiten, sondern aus dem Volkssturm, dessen Feindbild den von der nationalsozialistischen Propaganda wiederholten negativen kollektiven Metaphern entsprach. Die dadurch provozierte Deindividualisierung des Gegenübers ist ein Erklärungsmodell für jene Gewaltbereitschaft, die die Männer wahllos in die Masse der ihrer Würde beraubten Jüdinnen und Juden feuern ließ. Dass Strategien und Mechanismen, die auf kollektive Entwürdigung zielen, keineswegs der Vergangenheit angehören, zeigen die im Irakkrieg gebrauchten herabwürdigenden Klischees ebenso wie die Verunglimpfung von Randgruppen in der innenpolitischen Diskussion. Aber auch die in der Eisenerzer Gegend bezeugten Fälle von Zivilcourage können insbesondere Jugendlichen an positive Orientierungsmuster dienen, wenngleich Strasser zu bedenken gibt, dass Mut und Zivilcourage vor dem Hintergrund aus Dehumanisierung und Autorität nicht den Normalfall einer Reaktion darstellen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </span></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Frauenleben in Männerwelten</title>
		<link>http://www.ninapopp.com/2009/01/27/frauenleben-in-mannerwelten/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=frauenleben-in-mannerwelten</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Jan 2009 12:01:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>np</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textbeispiele]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Steiermark]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Vom Leben der Frauen, die ihre Selbständigkeit auf dem sprichwörtlichen Nichts errichteten, von jenen, die in und mit den Trümmern überlebten. Die Geschichte der steirischen Frauen in der Nachkriegszeit.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-outline-level: 3;"><em><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial; mso-bidi-font-weight: bold; mso-bidi-font-size: 12.0pt;">Vom Leben der Frauen, die ihre Selbständigkeit auf dem sprichwörtlichen Nichts errichteten. Von jenen, die in und mit den Trümmern überlebten.</span></em><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial; mso-bidi-font-weight: bold; mso-bidi-font-size: 12.0pt;"> <em>Die</em> <em>Geschichte der steirischen Frauen in der Nachkriegszeit.</em></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-outline-level: 3;"><span style="color: black; font-family: Arial;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Und dann hats regnan angefangen und auf amal hör ma rufen: Martha, Martha. Und jetzt, denk i, Teufel, des ist ja mein Mann&#8230; und so bin i obigrennt. Und dann war der Krieg aus.&#8221; Für Martha H. war der Krieg nicht am 8. Mai 1945 zu Ende, sondern erst als ihr Mann nach Hause gekommen war, Monate später. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Während das offizielle Ende des nationalsozialistischen Regimes längst zigmal notiert wurde, blieb das für diese &#8220;Frau aus dem Volk&#8221; maßgebliche Schlüsselerlebnis in der Geschichtsbetrachtung bislang unberücksichtigt, ebenso wenig fragte die Wissenschaft nach den Ursachen und den Folgen dieser subjektiv wahrgenommenen zeitlichen Verschiebung. In ihrer mit dem Erzherzog-Johann-Forschungspreis ausgezeichneten Habilitationsschrift hat die Grazer Historikerin Karin Schmidlechner-Lienhart den Versuch unternommen, dieses Defizit für den steirischen Raum zu beseitigen. &#8220;Frauenleben in Männerwelten&#8221; versteht sich als &#8220;Beitrag zur Geschichte der steirischen Frauen in der Nachkriegszeit&#8221; und beinhaltet eine Zusammenschau der Zeit von 1945 &#8211; 51, die sowohl durch schriftliche Quellen als auch mündlich tradierte Erinnerungen steirischer Frauen rekonstruiert wird. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Auf die Außensicht der Dinge läßt Schmidlechner-Lienhart in den einzelnen Kapiteln der Arbeit gleichsam Ansichten auf die Innenseite des Lebens in der Nachkriegszeit folgen. Keineswegs Abfallprodukt dieser Methode ist die Offenlegung der Diskrepanz zwischen den schriftlichen Quellen und den Wahrnehmungen der Frauen. Denn mitunter, so die Zeithistorikerin, die den Schwerpunkt ihrer Betrachtungen auf den frauenspezifischen Aspekt und in weiterer Folge auf die Thematik der Geschlechterbeziehung legt, entsteht der Eindruck, dass das schriftliche Material mit der mündlichen Erinnerung und Überlieferung nichts zu tun habe. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial; mso-bidi-font-size: 12.0pt;">Wie’s wirklich war</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Über die damalige Ernährungssituation fanden sich beispielsweise zahlreiche Unterlagen. Die Gespräche mit den Frauen ergaben jedoch ein von den schriftlichen Aufzeichnungen abweichendes Bild: Vor allem ältere Frauen, die bereits im Ersten Weltkrieg und in der Zwischenkriegszeit mit sehr schlechten Ernährungsbedingungen zu kämpfen hatten, bewerteten die Lebensmittelversorgung nach dem Krieg ganz anders als jüngere Frauen. Gerade diese Unterschiede interessieren die Historikerin, weil sich daraus in weiterer Folge die Frage stellt, warum sich Frauen an dieses oder jenes Ereignis stark oder auch gar nicht erinnern. Und dieser subjektive Standpunkt, den man der Oral History zum Vorwurf gemacht hat, steht im Brennpunkt des wissenschaftlichen Interesses. Schmidlechner &#8211; Lienhart weist weiters auf die latente Subjektivität schriftlicher Quellen, welche die Wissenschaftskritik längst nicht mehr bestreitet. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial; mso-bidi-font-size: 12.0pt;">Alltagsprobleme</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Auf schriftlichen Quellen basieren die allgemeinen Erläuterungen zur österreichischen und steirischen Lage anno dazumal, und sie sind notwendige Kontextbeschreibung, weil nur dadurch eine annähernde Rekonstruktion der Befindlichkeit gelingen kann. Dies zeigt sich beispielsweise an einem Kapitel, das von der nahezu epidemischen Verbreitung von Geschlechtskrankheiten sowie den damit verbundenen Problemen der medizinischen Versorgung bis hin zum Beziehungsleben handelt. Angesichts der Zahl der Erkrankten ist es kaum vorstellbar, dass diese Nachkriegsbegleiterscheinung fast in Vergessenheit geraten konnte. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial; mso-bidi-font-size: 12.0pt;">Auslandsträume </span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">In Vergessenheit gerieten aber auch die Auswanderungspläne vieler junger Steirerinnen, die in Anbetracht der verheerenden Wirtschaftslage nach Perspektiven suchten. Viele versuchten ihr Glück tatsächlich in der Schweiz, in Holland oder England. Andere ließen aus Rücksicht auf Verwandte, Partner oder aufgrund von Sprachschwierigkeiten von ihrem Vorhaben ab. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Die Untersuchung berichtet u. a. von spektakulären Aktionen von Frauen zur Verbesserung der Ernährungslage, als im Sommer und Herbst 1946 auch Steirerinnen zu Demonstrationen auf die Straße gingen. Denn als Politik zur &#8220;Magenfrage&#8221; wurde, die Versorgung schlecht funktionierte und Hilfslieferungen &#8211; etwa die &#8220;Schweizer Spende&#8221; &#8211; nur die gröbste Not linderten, meldeten sich die Frauen, deren Ernährungssituation besonders schlecht war &#8211; nicht zuletzt deshalb, weil sie die eigenen Rationen meist teilen mußten &#8211; laut-stark zu Wort. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial; mso-bidi-font-size: 12.0pt;">Beziehungsweise</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Der informative Gewinn der Oral History zeigt sich besonders bei Themen, die das Beziehungsleben der Nachkriegsgeneration einschließen. So wurden etwa die Statistiken, die nach dem Ende des zweiten Weltkrieges eine österreichweite Scheidungswelle vermerkten, durch Erzählungen aus der nächsten Umgebung der Betroffenen illustriert. Die Schilderungen erhellen ebenso, daß mit dem an und für sich positiv konnotierten Begriff der &#8220;Heimkehr&#8221; nur selten ein Moment harmonischen Zusammenfindens verbunden war. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Es ist ein spannender Zeitabschnitt, den die Grazer Historikerin behandelt, in dem Frauen Stärke beweisen und kraftraubende Leistungen für das Gemeinwohl erbringen. Eine Zeit des Wandels in der Rollenteilung der Geschlechter. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Als sich die Dinge wieder ordneten, gaben die Frauen, so das Resümee der Untersuchung, ihren Freiraum weitgehend auf. Die gewonnene Unabhängigkeit setzten sie beinahe ausschließlich im privaten Bereich um, in ihrer Partnerschaft und in der Erziehung ihrer Töchter, denen sie vor allem (Aus-) Bildung als probates Mittel zur weiblichen Selbständigkeit empfahlen und auch ermöglichten. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: gray; font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="color: black; font-family: Arial;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: small; font-family: Times New Roman;"> </span></p>
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		<title>Clemens und das Gefühl im Bauch</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jan 2009 11:22:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>np</dc:creator>
				<category><![CDATA[PR]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Kindergärtnerin Bernadette Preitler kennt Kinder und ihre Problemchen aus nächster Nähe. Nun hat sie ein Kinderbuch darüber geschrieben. Über den Umgang mit Gefühlen im Kingergartenalter.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="margin: 12pt 0cm 3pt; mso-outline-level: 3;"><em style="mso-bidi-font-style: normal;"></em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Die Kindergärtnerin Bernadette Preitler kennt Kinder und ihre Problemchen aus nächster Nähe. Nun hat sie ein Kinderbuch darüber geschrieben. Über den Umgang mit Gefühlen im Kindergartenalter. Lesenswert für Menschen bis 99.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em style="mso-bidi-font-style: normal;">Clemens und das ungute Gefühl im Bauch </em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em style="mso-bidi-font-style: normal;">von Bernadette Preitler. </em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em style="mso-bidi-font-style: normal;">Illustrationen von Sandra Pioro</em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em style="mso-bidi-font-style: normal;"></em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em style="mso-bidi-font-style: normal;">Anfragen und Bestellungen unter <a href="mailto:office@bluemonday.at"><span style="color: windowtext;">office@bluemonday.at</span></a></em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
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		<title>Königin mit Rädern untendran</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jan 2009 11:17:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>np</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textbeispiele]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Königin mit Rädern untendran. Das „artemis generationentheater“ zeigt Kunst und Kultur von, mit und für ältere Menschen - vorrangig für  ältere Frauen. Zum Beispiel mit einem Theaterstück, das Momente aus der Welt im Altenheim in ein Stück einbaut, das ausschließlich in Altenheimen gezeigt wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Erschienen in <strong>Ceiberweiber</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em style="mso-bidi-font-style: normal;"></em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em style="mso-bidi-font-style: normal;">Wenn Frau Inge ins Haus kommt, gibt es jedes Mal Theater. Versprochen. Das „artemis generationentheater“ tourt mit seiner Produktion durch Kärntner Altenheime.</em><em style="mso-bidi-font-style: normal;"></em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;">„Unten in Ferlach war ich die Jägerbraut,“ erinnert sich die alte Dame an ihre Paraderolle. Frau Anni schwärmt, als wäre ihr Auftrittsapplaus eben erst verebbt. „War das eine Hetz!“ schmunzelt sie, lehnt sich im Rollstuhl zurück und sieht dem Auftritt ihrer jüngeren Kollegin gespannt entgegen. Als die Heldin im geblümten Hausschürzenkleid sich schließlich umständlich mit ihren Putzutensilien in den Saal des Viktringer Altenheims gezwängt hat, ist sie dann ganz Aug und Ohr.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;">„Königin mit Rädern untendran“ heißt das Ein-Frau-Stück, das nach aufwendiger Recherche von Wissenschafterinnen des „artemis generationentheater“ entstanden ist. „In den vergangenen Monaten untersuchten wir die kulturellen Aktivitäten in Kärntner Altenheimen,“ beschreibt die Kulturwissenschafterin Gerti Malle das Thema ihrer Arbeit. „Dabei fanden wir eine Interpretation von Kultur, die meist auf Geburtstagsfeiern, Jubiläen und Feste im Jahreslauf beschränkt ist.“</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;">Ein verzerrtes Bild, das es zu korrigieren gilt, befanden die Mitarbeiterinnen des ersten österreichischen Generationentheaters, das seit sechs Jahren Kunst und Kultur von, mit und für ältere Menschen &#8211; vorrangig für ältere Frauen -, produziert und vermittelt.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;">„Wir wollen zeigen, dass Theater zur Lebensrealität der alten Menschen passt und ihre Lebensqualität im Heim erhöht,“ präzisiert die künstlerische Leiterin Ingrid Türk-Chlapek die Grundidee ihrer Pionierarbeit. Gemeinsam mit Helga Hutter, die bei der neuen Produktion Regie führt, schrieb sie eine Geschichte, die in Kärntner Altenheimen gezeigt wird. „Wir wollten unserem Publikum Anknüpfungspunkte bieten, daher haben wir Momente aus ihrer Welt in das Stück eingebaut und eine Figur gesucht, die den älteren Menschen auch in ihrem Alltag begegnet.“ Die putzende Heldin unterhält sich mit ihrer Umgebung wie die real existierenden Kolleginnen, die „als wichtige Bezugspersonen der Klientel im Altenheim mitarbeiten“, gibt Bettina Eckert, Leiterin des SeneCura Hauses, der Intention von artemis recht.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;">„Näher am Menschen“, das Motto des Viktringer Heimes gilt ebenso für das Kärntner Frauenprojekt, das seine Heldin zum Publikum schickt. Eine liebenswürdige Person, die – das ist spürbar – hohe Sympathiewerte mitbringt. Auch weil sie den Besen im Takt zu Schlagern von anno dazumal schwingt und dabei gut gelaunt vor sich hin trällert. Es versteht sich von selbst, dass gleich ein vielstimmiger Hintergrundchor mitsummt. Frau Inge kann ihrer Arbeit durchaus angenehme Seiten abgewinnen, mehr noch, sie macht eine Wissenschaft daraus. So gönnen die alten Herrschaften der umtriebigen Person auch ihre Pause und zeigen Verständnis, wenn sie auf ihrem Putzwagen thronend verschnauft und das kleine Glück, ein Stück Kuchen, genießt. Eine Königin mit Rädern untendran.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;">Wer hin und wieder auf Besuch im Altenheim ist, muss gestehen, dass das Rollenspiel überzeugend gestaltet ist. Noch realistischer wird die Szene, als durch einen dramatischen Griff aus Mob und Mistschaufel, Schuhen und einem alten Spitzenkleid mit einem Mal eine Figur auf dem Putzmitteltaxi thront: Frau Elisabeth genannt, sitzt da plötzlich ein Wesen, das den alten Herrschaften ringsum im Saal erstaunlich ähnelt. Der stumme Gast bewegt sich kaum und lebt doch, wie aus dem Gespräch zu erfahren ist, das die Reinigungskraft anbahnt. Frau Inge erkundigt sich nach dem Befinden, sinniert über die Vergangenheit und kreiert so eine Beziehung zwischen Frauen zweier Generationen. Wie realistisch, das zeigt sich am Beispiel einer Zuseherin, die der Aufregung nicht mehr gewachsen ist und aus dem Saal begleitet wird.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;">„Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich ein Theaterstück gesehen und kann es doch nicht bis zum Ende mitverfolgen,“ jammert sie im Hinausgehen. Kraftraubend für die einen, willkommene Abwechslung für die anderen. Frau Anni schüttelt noch lange nach Ende der Vorstellung schmunzelnd den Kopf: „So eine Hetz!“</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;">„Die meisten Reaktionen werden wir erst in den nächsten Tagen erfahren“, ist sich Bettina Eckert gewiss. Und noch ehe diese Rückmeldungen gesammelt und wissenschaftlich ausgewertet sind, zeigt sich die Heimleiterin überzeugt, dass mit dem Projekt ein wichtiger Ansatz in der Altenbetreuung geschaffen wurde.</p>
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