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	<title> &#187; Bildung</title>
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		<title>Spinnen in der Schule</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 18:49:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>np</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Kreativwirtschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Schule]]></category>
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		<description><![CDATA[In so eine Schule wäre ich auch gern gegangen, dachte sich die Schreiberin bei der Recherche zur Broschüre des großen österreichischen Innovationswettbewerbs Jugend Innovativ. Denn, so der persönliche Eindruck, es liegt vor allem an den Rahmenbedingungen, dass Neugierde, Wissensdrang und Experimentierfreude das hiesige Schulsystem überdauern. Sprich, Schulklima und Chemie zwischen Erwachsenen und Jugendlichen müssen stimmen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #5b5b5b;"><img class="size-full wp-image-928 alignleft" title="jugend innovativ" src="http://www.ninapopp.com/wordpress/wp-content/uploads/2010/06/jugend-innovativ.jpg" alt="jugend innovativ" width="142" height="136" />In so eine Schule wäre ich auch gern gegangen, dachte sich die Schreiberin bei der Recherche zur Broschüre des großen österreichischen Innovationswettbewerbs Jugend Innovativ. Denn, so der persönliche Eindruck, es liegt vor allem an den Rahmenbedingungen, dass Neugierde, Wissensdrang und Experimentierfreude das hiesige Schulsystem überdauern. Sprich, Schulklima und Chemie zwischen Erwachsenen und Jugendlichen müssen stimmen. Und: Spinnen muss erlaubt sein.</span></p>
<p><span style="color: #5b5b5b;">Dann funktionieren sogar automatische Borkenkäferzählmaschinen, Dienstplan-Apps für das Rote Kreuz, coole Alternativen zum Eierbecher, Leuchtkörper mit Wohlfühlgarantie, Lernsysteme für beeinträchtige Menschen, neuartige Fahrradantriebssysteme, Krankonsolen, biosynthetischen Experimente&#8230; Lauter ausgezeichnete Ideen.</span></p>
<p><span style="color: #5b5b5b;">Denn Ende Mai wurden die Preise bei <a href="http://www.jugendinnovativ.at" target="_blank">Jugend Innovativ</a> vergeben. Für 29 von insgesamt 458 Projekten, die beim  Schulwettbewerb für innovative Ideen aus den Bereichen Business, Design, Engineering, Science sowie aus den Themenfeldern IKT und Klimaschutz eingereicht wurden, gab es Geld- und Reisepreise. </span></p>
<p><span style="color: #5b5b5b;"><a href="http://www.jugendinnovativ.at:80/Satellite.aspx?&amp;145=162&amp;143=1743&amp;8=36" target="_blank">29 Erfolgsgeschichten</a>, aus der Feder der forschungs- und innovationsaffinen Texterin, erzählen von spannenden Ideen, Projekterfahrung, motivierten SchülerInnen und engagierten LehrerInnen an Österreichs Schulen.</span></p>
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		<title>Top, aber nicht an der Spitze</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Jan 2009 18:25:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>np</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textbeispiele]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Frauen in Toppositionen sind Ausnahmeerscheinungen. Im naturwissenschaftlich-technischen Bereich besonders. Gendermanagement empfiehlt Alternativen, die lohnen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Erschienen in <strong>Factory Woman</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em style="mso-bidi-font-style: normal;"></em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em style="mso-bidi-font-style: normal;">Frauen in Toppositionen sind Ausnahmeerscheinungen. Im naturwissenschaftlich-technischen Bereich besonders. Gendermanagement empfiehlt Alternativen, die lohnen. </em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Ihr Spezialgebiet ist süß. Der Zucker, den die Chemikerin Tanja Wrodnigg entwickelt hat, soll die Heilwirkung von Medikamenten gegen Stoffwechselerkrankungen künftig entscheidend verbessern soll. Die Anerkennung der Branche ist der Grazerin sicher. Was sie von ihrer beruflichen Zukunft bedauernswerter Weise nicht behaupten kann. Und das stimmt sie mehr als sauer. „Frustrierend und unbefriedigend“ beschreibt die exzellente Wissenschafterin den Status quo. „Momentan arbeite ich in einem Habilitandinnen-Projekt, das auf sechs Jahre befristet ist. Aber was dann? Diese Unsicherheit macht mir wirklich zu schaffen.“</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Dabei hat alles so vielversprechend begonnen: Studium, Hertha-Firnberg- und Schrödinger-Stipendium, Dissertation, Teilzeit am Institut für Organische Chemie und während all dieser Zeit die Unterstützung durch einen wissenschaftlichen Mentor, was noch keine Selbstverständlichkeit ist, wie Praxis und Studien gleichermaßen bestätigen. Nun, da sich Wrodnigg als eine der wenigen Chemikerinnen an einer technischen Universität habilitiert hat, spürt sie, was es heißt an der gläsernen Decke angekommen zu sein.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Kraftvoller Start</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">„Studienaktiv“, äußerst mobil, wie die überdurchschnittliche Beteiligung an internationalen Austauschprogrammen zeigt,<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>erreichen viele Studentinnen mit ausgezeichneten Bewertungen den ersten akademischen Abschluss. „Und dann wird’s tragisch“, bestätigt Kommunikationsexpertin Ute Riedler-Lindthaler die Situation. Beim wissenschaftlichen Personal liegt der Frauenanteil an der TU Wien beispielweise bei 17,3 Prozent, unter den Habilitierten bei 10 Prozent. In der außeruniversitären Forschung ist zwar Bewegung zu erkennen, insgesamt stagniert der Frauenanteil: Statt halbe-halbe, heißt es 20 zu 80.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Laut Genderbooklet 2007 bleibt nicht alles, aber vieles beim Alten: Je niedriger das Einkommen, umso höher der Frauenanteil, je höher die Position, desto niedriger der Frauenanteil in naturwissenschaftlich-technischer Forschung. Frauen in Spitzenpositionen zählen immer noch zu einer raren Spezies. Und was die Studie für den außeruniversitären Bereich zutage fördert, gilt auch für die Situation an Österreichs Universitäten.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Ernüchternde Zahlen, wie Forschungsstaatssekretärin Christa Kranzl<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>in Alpbach anlässlich einer Diskussion über Innovation und Chancengleichheit zugeben musste.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">In der Warteschleife</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Wohin gehen die hochqualifizierten Technikerinnen? „Zum Teil bleiben sie auf der Karrierestufe des wissenschaftlichen Personals“, sagt Riedler-Lindthaler, die seit Jahren Forscherinnen in Fragen der Karriereplanung coacht.<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Von ihren Vorgesetzten geschätzt, weil sie sich durch ebenso hohe fachliche Kompetenz wie Bescheidenheit auszeichnen, werden die Wissenschafterinnen in freien Verträgen und Projekten jahrelang in der Schleife gehalten. Auch außerhalb ihrer Forschungsstätte bleiben sie meist unbemerkt, wie Riedler-Lindthaler aus ihrer Praxis weiß. Es kommt durchaus vor, dass die Leistungen der Wissenschafterinnen von männlichen Kollegen oder Vorgesetzten präsentiert und publiziert werden ohne, dass die eigentlichen Autorinnen Anspruch auf Urheberschaft anmelden.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">„Viele Frauen in der naturwissenschaftlichen Forschung sind toll, aber man weiß nicht, dass sie da sind!“, analysiert die Expertin.<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>In Coachings und Workshops weist Riedler Lindthaler die Teilnehmerinnen daher darauf hin, dass es neben der fachlichen Exzellenz mindestens ebenso auf Erfahrung in der Lehre, Führungs- und Managementkompetenz und Soft Skills ankommt. Präsentations- und Gesprächstechniken, Bewerbungstraining und eine auf den wissenschaftlichen Kontext ausgerichtete Strategieplanung<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>zählen zum fixen Inventar der Workshops, die sie in den letzten Jahren für junge Wissenschafterinnen mitentwickelt hat.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Ein Angebot, das auf reges Interesse stoßt. Bei Forscherinnen, die an der Universität bleiben, wie für jene Mehrheit, die sich einen sicheren Arbeitsplatz in der Industrie suchen, weil seit der Universitätsreform befristete Dienstverhältnisse Mangelware sind.<span style="mso-spacerun: yes;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Rüstzeug für die Tour de force</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">„Frauen müssen für den Markt besser gerüstet sein“, meint<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Mag. Daniela Stein vom Business Frauen Center Kärnten, das Frauen bei ihrer Karriere im Süden Österreichs fördert. Persönliches Engagement<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>brauche allerdings veränderte Rahmenbedingungen, die den Bedürfnissen von hochqualifizierten Frauen und Männern gerecht werden. Als bewährtes Instrument nennt Stein Mentoringprogramme. Gerade erst sei ein internes Mentoring mit Infineon entwickelt worden, bei dem die Technikerinnen nachweislich von der Erfahrung ihrer Mentoren profitierten. Nach Abschluss des Projekts hat ein Drittel der Teilnehmerinnen beruflichen Aufstieg und damit auch finanziellen Gewinn erreicht.<span style="mso-spacerun: yes;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Gendermanagement</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Chancengleichheit an der Spitze setzt breiten Konsens an der gesellschaftlichen Basis voraus. Oder wie es Ingrid Schacherl vom Joanneum Research im Genderbooklet 2007 formuliert: „Für die nachhaltige Implementierung der Genderperspektive in Organisationen ist ihre institutionelle Verankerung von entscheidender Bedeutung.“ Der Weg zu tatsächlicher Chancengleichheit verläuft notwendigerweise über Gendermanagement.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Bereits jetzt stehen taugliche Instrumente dafür zur Verfügung. Chancengleichheit in Organisations- und Projektentwicklung, Kinderbetreuung und Fortbildung bringen den Beschäftigten Aufstiegschancen und größere Zufriedenheit. Den Unternehmen garantiert gendergerechtes Management jedenfalls klare Wettbewerbsvorteile, da „die Potenziale des vorhandenen Personals optimal genutzt werden können“.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Die FEMtech-Studie, die künftigen Initiativen wertvolle Daten über Bedürfnisse der Beschäftigten und Auswirkungen von Gender-Impulsen zur Verfügung stellt, zeigt auch das starke Engagement von Frauen. Tanja Wrodnigg ist sich ihrer Vorbildfunktion durchaus bewusst: „Nur: Wie kann ich junge Frauen für eine Karriere in der Technik motivieren, wenn mir selbst die Perspektive fehlt?“</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"></strong></p>
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		<title>Im Schatten der Kirchengeschichte</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jan 2009 11:50:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>np</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textbeispiele]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Leistungen von Frauen werden in der kirchlichen Überlieferung meist Männern zugeschrieben. Bis jetzt.  ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><em><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial; mso-bidi-font-weight: bold;">Die Leistungen von Frauen werden in der kirchlichen Überlieferung meist Männern zugeschrieben. Bis jetzt. <span style="mso-spacerun: yes;"> </span></span></em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><em></em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Wer suchet, der findet. Oder besser: Diejenige, die sucht, findet. Im konkreten Fall sei vom Neuland geschlechtsneutraler Betrachtungsweisen der Kirchengeschichte die Rede. Denn während feministische Theoretikerinnen anderer Disziplinen sich bereits in die „verdiente Pension“ begeben, leisten Kirchenhistorikerinnen wie Prof. Michaela Kronthaler noch Pionierarbeit. Auf Standardwerke, die weibliches Wirken in der Vergangenheit aufzeigen, konnte sie im Zuge ihrer Darstellung „Prägender Frauen der steirischen Kirchengeschichte“ nicht zurückgreifen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;"><br />
„Zahlreiche Frauen wurden und werden verkannt, ihr tatsächliches Engagement bleibt verschwiegen, sie werden unter vielen Vorwänden und Ausreden in ein Schatten-Dasein gedrängt“, lautet Kronthalers Befund. „Das Schweigen über die Frauen steht in einem deutlichen Missverhältnis zu dem, wie die männlichen Gestalter der Geschichte repräsentiert werden.“ Perspektivenwechsel ist angesagt.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">„Die Frauenfrage als treibende Kraft“ betitelte sich bereits Kronthalers Dissertation über Hildegard Burjan. Damals zeigte sie am Beispiel der Sozialreformerin und Politikerin das Ringen der Frauen im katholischen Umfeld um ein neues Sozialverständnis in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Burjans Leben ist in diesem Zusammenhang nicht nur aufgrund der Tatsache interessant, dass eine intellektuell herausragende Frau sozialpolitisch wirksame Besserstellungen für einfachere soziale Schichten durchgesetzt hat. Ihr Schicksal ist typisch weiblich: Sie blieb im Hintergrund, bis ihre rege Korrespondenz mit Ignaz Seipel im Zuge der Seipel-Forschung wissenschaftliche Neugier geweckt hat.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Schatten-Dasein</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Erst die Nähe zu einem bedeutenden Mann verhilft der weiblichen Biographie zu gebührender Akzeptanz. Dieses Schicksal teilt die erste christlich-soziale Parlamentarierin mit vielen christlich motivierten Künstlerinnen, Ordensschwestern, Politikerinnen – kurz: Frauen vor und nach ihr.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;"><br />
</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Von Amts wegen gelten Bischöfe, Adelige, Kaiser als die generösen Stifter vieler Ordenshäuser. Tatsächlich war es Pfalzgräfin Adala, die um das Jahr 1000 das älteste Kloster auf steirischem Boden, das Kanonissen- bzw. Chorfrauenstift Göss bei Leoben gegründet hat.<br />
Und auch das erste steirische Männerstift in Admont verdankt seine Entstehung der Spende einer Frau, Hemma von Gurk. In der Nähe dieses Männerklosters wohnten vermutlich in separaten Zellen „fromme Jungfrauen, die häufig zu Gesprächen aufgesucht wurden“. Weil der Abt um die geistliche Disziplin fürchtete, siedelte er die Frauen in einem eigenen Klostergebäude an. Nach dem Vorbild von Monte Cassino gab es im Mittelalter viele solcher Frauenkonvente im „Schatten“ von Männerklöstern. Jurisdiktion und Disziplin oblagen dem Abt oder Propst, er verwaltete auch die Güter der geistlichen Damen, regelte die Statuten und setzte die Priorin ein. Trotz lokaler und rechtlicher Einschränkungen erlangten die Nonnen durch ihre hohe Bildung und Reformbegabung grenzüberschreitende Wertschätzung. Die Chronik berichtet von einer Reihe schreib- und lateinkundiger Nonnen, die in der Bibelexegese geübt waren. Auch der älteste und prächtigste Kodex mit der Benediktusregel in Admont stammt von den Kalligraphikerinnen des Konvents.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Sacré Coeur in Graz</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Der Ausbau des Bildungsbereichs war seit jeher Anliegen und Domäne von Frauen. So basierte die Errichtung des Sacré Coeur-Instituts in Graz höchstwahrscheinlich auf einer Anregung von Franziska Möstl. Sie war es jedenfalls, die zu diesem Zweck ein Haus kaufte und ihr gesamtes Vermögen dem Fürstbischof überließ. Neben den höheren Töchtern, die im angesehenen Pensionat erzogen wurden, erhielten auch ärmere Kinder unentgeltlichen Unterricht in einem eigenen Schullokal. Reformwillen bewies der Konvent auch in der späteren Schulgeschichte: 1932 errichtete er die erste achtklassige Frauenoberschule der Steiermark.<br />
Frauen und Frauenorden initiierten Schulen für bedürftige Kinder aller Altersstufen. Sie errichteten Krankenhäuser und verrichteten unentgeltliche Krankenpflege. Lebensnotwendige Sozialleistungen wurden in den vergangenen 150 Jahren in vermehrtem Maße auch von Laien ermöglicht. Im Revolutionsjahr 1848 starteten zwei Grazerinnen mit der Gründung des „Katholischen Frauenvereins der werktätigen christlichen Liebe“ ein engagiertes Caritas-Modell: Ohne Unterschied der Religion und des Geschlechtes sollten Kinder Bildung und Erziehung, in Not geratene Frauen und Mädchen Unterstützung erhalten. In einem Dienstmädchenasyl fanden weibliche Dienstboten während der Zeit ihrer Arbeitslosigkeit Aufenthalt, Verpflegung und Weiterbildung.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Dienstbotinnen-Rechte</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Mit der Einführung eines Dienstvertrages sicherte eine Steirerin den Dienstbotinnen – um die Jahrhundertwende die größte Schicht weiblicher Berufstätiger – wichtige Rechte. Auf Initiative von Johanna Weiß entstanden auch eine Stellenvermittlung, ein Altersheim, eine Krankenkasse sowie mehrere Heime für Arbeitslose. Die Notwendigkeit der gesetzlichen Verankerung der Sozialversicherung und der staatlichen Familienförderung hat die Grazerin Sophie von Scherer mehr als 100 Jahre vor deren Einführung erkannt. Damit hatte sie zumindest posthum mehr Erfolg als mit den kirchenpolitischen Reformvorschlägen, die sie öffentlich deponierte. In einem offenen Schreiben an die erste Deutsche Bischofskonferenz 1848 in Würzburg sprach sie sich für die Einführung der Landessprache im Gottesdienst und die Aufhebung des Zölibats aus, damit die „Kluft“ zwischen Priestern und Weltleuten überwunden werde.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Frauen in der Mehrheit</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Arial;">Durch die Neuerungen des Vatikanischen Konzils mit seiner Aufwertung des Laienstandes hat sich das Betätigungsfeld der Frauen in der steirischen Kirche massiv ausgeweitet. Der Frauenanteil in den Pfarrgemeinderäten liegt zurzeit über 50 Prozent, im Religionsunterricht stellen die Lehrerinnen mit 61Porzent die Mehrheit, und auch die Zahl der inskribierten Studienanfängerinnen in Theologie liegt bereits jenseits der 50 Porzent Marke.<br />
Nur an der Spitze wird die Luft auch bei den Laien recht dünn. 1993 habilitierte sich mit der Ausseerin Irmtraud Fischer erstmals eine Theologin in Österreich; mittlerweile ist sie dem Ruf nach Bonn gefolgt, wo sie den Lehrstuhl für Frauenforschung und Altes Testament inne hat. Bleiben der Grazer Fakultät noch zwei Professorinnen: Anne Jensen am Institut für Ökumenische Theologie und Patrologie und die erste Kirchenhistorikerin Österreichs, Michaela Kronthaler.<br />
Wie hat doch die reformfreudige Sophie von Scherer einst geseufzt: „Ich bin um 100 Jahre zu früh geboren.“</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;"> </span></p>
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