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Teamwork und Leidenschaft

28. Januar 2009 von np

Erschienen in kfb heute

Das Haus der Frauen in St. Johann bei Herberstein gilt als Oase mitten im oststeirischen Hügelland. Durch seine Atmosphäre und die spezielle Ausrichtung auf Frauenbildung, Spiritualität, Erholung und Gesundheit. Und wer einmal da war, kommt immer wieder zurück.

 

 

„Das wunderbare Flair der alten Mauern muss erhalten bleiben und zugleich wollen wir das Haus den Anforderungen der Zeit anpassen.“ Anna Pfleger weiß, welches Kunststück sie und die Frauen der Diözese sich mit der Sanierung vorgenommen haben, denn die Atmosphäre des Hauses in St. Johann bei Herberstein ist ihren Gästen lieb und teuer. „Ein Platz zum Ausspannen und Auftanken“, wie Juliane Ablasser stellvertretend für viele ihre Wertschätzung formuliert. Geht alles nach Plan, wird das „Haus der Frauen“ nach siebenmonatiger Bauzeit wieder eröffnet.

 

Wundersam

 

 

Genau 25 Jahre nachdem aus dem ehemaligen Kloster der unbeschuhten Augustiner ein Erholungszentrum für Frauen geworden war. Die Initiative dazu stammte damals von Gusti Wögerer, die als Leiterin der Aktion „Müttererholung“ die Nöte von Frauen nur zu gut kannte. „Ich wünschte mir einen Ort, an dem Frauen nach Krankheit oder in schweren Zeiten wieder zu Kräften kommen konnten“, erinnert sich Wögerer. Beharrlich und von vielen Freiwilligen unterstützt, gewann sie auch die Diözese für das Anliegen.

„Und dann kam noch eine Mäzenin, die uns unter der Bedingung, das Geld für die Frauen der Diözese zu verwenden, eine Million Schilling, spendete“, erzählt Wögerer, die das Haus zehn Jahre lang leitete.

 

 

Bildung + Urlaub = Bildungsurlaub

 

Mit der „Hofübergabe“ an die Erwachsenenbildnerin Anna Pfleger erhielt das Haus einen neuen Schwerpunkt: Neben der Erholung wurde das Programm um Bildungsangebote erweitert. Um die Auslastung zu erhöhen und die Existenz des Hauses zu sichern, wurde schließlich auch verstärkt um Gastgruppen geworben.

 

 

„Nach wie vor ist das Haus der Frauen die einzige Einrichtung mit dieser speziellen Ausrichtung auf Frauenbildung, Spiritualität, Erholung, Gesundheit und Gastgruppen“, erzählt Anna Pfleger nicht ohne Stolz. Ein Blick auf den Veranstaltungskalender zeigt eine Vielfalt aus Bewährtem und Neuem. Im Kapitel „Frauengerechte Bildung“ haben Veranstaltungen zu politischen Fragen ebenso ihren Fixplatz wie Kreativität und Persönlichkeitsbildung. Mittlerweile werden Lehrgänge angeboten, deren Zertifikate zur Arbeit in der Erwachsenenbildung befähigen.

 

Orientierungshilfen

 

 

„Rüstzeug und wertvolle Orientierungshilfe“, erhielt Gerlinde Griesebner aus St. Nikolai, Absolventin des Politischen Grundkurs für Frauen, während des eineinhalb Jahre dauernden Lehrgangs, wie sie sagt. Nach dem Kurs im „Haus der Frauen“ macht die Mitarbeiterin des Jesuitengartens in Großsölk nun eine Ausbildung zur Kräuterpädagogin. Und noch ein „Gut“ nahm Griesebner in die Obersteiermark mit: „Ich habe die Frauenliturgien als unglaublich wohltuend empfunden und wollte dieses Gefühl auch den Frauen bei mir zu Hause vermitteln. Mit der Hilfe der Frauen in St. Johann habe ich das geschafft und die Frauenliturgien finden nun regelmäßig auch bei uns statt.“

 

Zeit und gute Kost

 

 

Umfassend wie der Bildungsbegriff wird auch das Thema Gesundheit interpretiert und vermittelt. Von A wie Atemübungen bis Z wie Zeit für mich. Mit Gymnastik und Wanderungen, Meditation und Tipps zu gesunder Ernährung. Ganzheitlich. Das schließt die Küche des Hauses natürlich mit ei, wo abwechslungsreich, vollwertig und vorwiegend mit Zutaten aus der Region gekocht wird. Dabei ist von Mitarbeiterinnen Kreativität und die Bereitschaft, Neues auszuprobieren, gefordert, wie die Köchin Lore Kober erzählt. Sie mag den Umgang mit ihren Gästen und verrät bereitwillig Rezepte, die zum Teil bereits als „Häferlgespräche“ veröffentlicht wurden.

 

Taten statt Worte

 

 

„Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind gut in ihrer Arbeit, wenn sie das, was sie tun, aus ganzem Herzen gerne tun. Sie müssen aber auch die Unternehmensziele kennen und sich dabei bewusst sein, dass sie sich einbringen müssen“, beschreibt Anna Pfleger ihrer Philosophie als Leiterin. Diese Atmosphäre im Team bestimme maßgeblich die Qualität eines Unternehmens. Die Jury der Aktion „Taten statt Worte“ war von der Qualität überzeugt und überreichte vor kurzem den Preis für das familien- und frauenfreundlichste steirische Non-Profit-Unternehmen.

Dies Atmosphäre des Hauses, Teams, der Arbeit: Sie ist zum Markenzeichen der Frauen von St. Johann geworden. Schwer zu beschreiben und doch für jede und jeden der mittlerweise tausenden Besucherinnen und Besucher als spezifische Form der Wertschätzung und Ermutigung spürbar. Dabei ist über die Jahre ein Netzwerk entstanden, das über die Grenzen der Steiermark hinaus reicht: gewachsen im Laufe vieler Seminare und Vorträge, spiritueller Feiern und Sommerfeste, Konzerte und Ausstellungseröffnungen, Familienwochen und Erholungstage. Unter ihnen Frauen aller Altersgruppen und Berufssparten.

 

 

Webtipp: Haus der Frauen

 

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