Liebe auf den ersten Blick
28. Januar 2009 von np
Erschienen in kfb heute
Gusti Wögerer und das „Haus der Frauen“ in Herberstein. Beide sind untrennbar miteinander verbunden.
„Meine Nachfolgerin hat mich längst überholt“, meint sie in dem Sinne, wie es Teilhard de Chardin einmal formuliert hat. „Wer mich verstanden hat, hat mich überholt.“ Respekt, Bewunderung und Dankbarkeit, schwingen in ihren Worten mit und sie spiegeln sich ebenso in den Erzählungen jener, die über ihre Erlebnisse mit der Vorkämpferin für die Anliegen der Frauen berichten.
Das Fundament für die se Überzeugung wurde bei der katholischen ArbeiterInennjugend Oberösterreich gelegt. „Aus dieser Zeit nahm ich die Gewissheit mit, dass jeder Mensch so unendlich viel wert ist, sodass man einfach helfen muss“, erinnert sie sich an einen wichtigen Lebensabschnitt. „Und mir war klar, dass ich meine Leben lang Aktivistin sein werde.“ Daher entschied sie sich mit 29 Jahren für den Säkularorden „Werk der Frohbotschaft“ im Vorarlberger Batschuns. Die Ordensregel beruft sich auf das Lukasevangelium: „Armen Frohbotschaft zu bringen, hat er mich gesandt“.
Nach einer Ausbildung zur Gesundheitsvorsorge tourte sie einige Jahre im Auftrag der katholischen Erwachsenenbildung als Vorreiterin im Bereich Gesundheitsbewusstsein durch das Land. In ihre Zuständigkeit fiel schließlich auch die Betreuung jener Frauen, die die Müttererholung der kfb nutzten. Weil sich immer wieder Frauen bei uns meldeten, die gesundheitlich geschwächt Soforthilfe brauchten, sucht ich nach einem eigenen Haus für Frauen, in dem sie auch unter dem Jahr Erholung finden sollten“, beschreibt Gusti Wögerer die Gründungsidee.
